Und... wieso?
Kennt Ihr das - dass euer Gegenüber plötzlich still wird und nicht mehr weiß, was es sagen soll, wenn Ihr beginnt von eurer Krankheit zu erzählen?
„Wie geht es dir?“ fragt mich meine Freundin - wir haben uns länger nicht gesehen und sitzen alle in größerer Runde zusammen.
Ich blicke sie an. Meine Augen funkeln, mein Lächeln könnte nicht größer sein.
„Mir geht es so richtig gut!“ sage ich und strahle sie an.
Es ist kurz still.
Meine Freundin schaut zurück; mustert mich, blickt leicht irritiert. Setzt zum sprechen an und fragt dann schmunzelnd:
„Und... wieso?“
Ich lache laut auf.
Weiß kurzfristig nicht, ob es ihre Art ist, nicht gerade heraus nach meiner letzten Operation zu fragen oder ob esttatsächlich die Verunsicherung ist, mich nach so vielen Jahren plötzlich so euphorisch zu sehen.
Es ist mir aber auch egal.
„Ich hab jetzt zwei Löcher im Bauch. Aber dafür bin ich schmerzfrei.“ erkläre ich frei heraus.
In meinem Freundeskreis wird es ruhig. Was sollen sie auch erwidern. In ihrem Leben waren Themen wie diese - Gott sei Dank nie vorhanden.
Jede hatte gewiss ihre eigenen Herausforderungen. Hürden, vor die sie das Leben gestellt hatte. Prüfungen fürs Studium. Trennungen. Zukunftsängste.
Aber Gesundheit war glücklicherweise nie dabei; das haben sie mir überlassen und rückblickend gesehen denke ich, dass ich diese Rolle ganz adäquat gemeistert habe.
Meine Freundin nickt und wirkt zufrieden.
„Schön, dass es dir gut geht.“ erklärt sie lächelnd.
„Das ist die Hauptsache.“