Ich bin fremdgegangen
Ein Geständnis.
Ich bin fremdgegangen.
Und zwar mehrfach. Immer und immer wieder. Konnte nicht damit aufhören.
Betrogen hab ich. Ständig. Manchmal mehrfach am Tag. So häufig, dass ich's nicht mehr zählen kann.
Und das führte zu Verletzungen. Natürlich. Denn so ist es immer. Man tut unweigerlich jemandem weh, wenn man so etwas macht.
Ich bin fremdgegangen.
Und zwar mir selbst. Wenn ich mir eingeredet hab, mir ginge es gut. Ich schaff das schon. Wenn ich gelächelt hab, obwohl mir zum weinen zumute war.
Jedes Mal, wenn ich gesagt hab, ich mach das noch, obwohl ich eigentlich bereits komplett am Ende war. Und auch dann, wenn ich meine Ziele aufgab, weil ich dachte, dass ich sie niemals erreichen würde.
Ich bin mir fremd gegangen, wenn ich mir sagte, alles sei in Ordnung, während alles um mich herum in Trümmern lag. Und wenn ich dachte, dass ich es nicht verdient hab, glücklich zu sein.
Ich bin mir fremd gegangen, immer und immer wieder.
Über meine Grenzen hinaus; meine Bedürfnisse, Wünsche und Gedanken ignorierend.
Man geht nicht fremd - vor allem nicht sich selbst. Man macht das nicht.
Das weiß ich doch. Trotzdem tat ich es immer und immer wieder. Und verletzte damit vor allem einen. Nämlich mich selbst.