Die Wunden Teil I
Vielen Dank für all eure Tipps! 💜
Während des Versorgungswechsels weine und schreie ich im Wechsel.
„Ich kann das alles nicht mehr.“ flüstere ich verzweifelt, während die Tränen nicht aufhören zu fließen.
„Warum machst du das mit mir?“ fauche ich im nächsten Moment meinen Körper an.
Sie kamen schleichend; die Wunden.
Eine offene Stelle, noch von der Operation. Die langsam größer wurde. Lange Zeit dachte ich mir nichts dabei. Sah bloß zu, wie die Wunden wuchsen.
Dann irgendwann bestellte ich Puder und dachte: damit wird’s dann wieder. So wird alles gut.
Doch das wurde es nicht.
Die Wunden wurden größer und tiefer.
Der Stomatherapeut schaute drauf. Sein unmittelbares Urteil: „Ein Faserverband! Den unter die Platte legen!“
Das tat ich und so kämpfte ich mehrere Tage mit einer Versorgung, die durch das kleine Stück Verband, das unter der Wunde liegt, immer wieder unterlief.
Nach dem sechsten Versorgungswechsel an einem Tag merke ich, dass das so nichts werden kann.
Die Wunde blutet durch die ständigen Ausscheidungen, die drüber laufen und den dauernden Versorgungswechsel unaufhörlich. Inzwischen ist auch die restliche Haut um das Stoma herum rot und gereizt.
Im Ganzen betrachtet, bin ich es auch selbst schuld.
Habe ich mich doch zu sicher gefühlt. Zwei künstliche Darmausgänge, nun, schlimmer kann es doch nicht mehr werden.
Von jetzt an geht es nur noch bergauf! Wie sollte es anders sein? - habe ich gedacht.
Das denkst auch du nur! - meinte daraufhin mein Leben. Warum solltest du jetzt auch mal unbeschwert und sorgenfrei sein dürfen? Warum sollte das alles hier - dein Leben - einfach mal leicht sein?