Beutelomausi

Nicht ganz dicht und trotzdem bereit der Welt in den Arsch zu treten.

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Ein ehrlicher Blick auf das Leben mit Morbus Crohn, Stoma und all das, was trotzdem schön ist.

Der Fehler im Plan

16. November 2024 12:00 Uhr Instagram

Mit einem neuen Medikament im Gepäck wuselte ich zurück in meinen Alltag. Natürlich waren seit der Operation auch neue Sorgen hinzugekommen.

Ein paar Undichtigkeiten der Versorgung, welche jedoch alle zuhause passierten.
Der anstehende Sommerurlaub und damit die Planung des ersten Mals mit Stoma im Pool.
Gedanken hinsichtlich der Zukunft.

Aber all das schob ich zumeist getrost in den Hintergrund und genoss es einfach, dass ich mein Leben vor der Op - und jetzt mit deutlich weniger Toilettengängen und Angst vor Durchfällen - wieder zurück hatte.

So machte ich weiter bis ich Ende Juli, kurz vor dem anstehenden Sommerurlaub, einen Anruf meines Arztes erhielt:
„Wir haben das neue Medikament jetzt über 3 Monate ausprobiert.“ erklärte er. „Ihre Entzündungswerte sind weiterhin über dem messbaren Bereich. Wir müssen etwas Neues versuchen.“

Ich denke in diesem Moment ist mir der Boden unter den Füßen weggebrochen. Hatte ich doch Besserungen gespürt und war voller Optimismus gewesen.
Einmal enttäuscht werden? Okay.
Aber ein weiteres Mal? Irgendwann reicht es doch.

„Nun starten Sie aber erstmal in den Sommerurlaub.“ sagte der Arzt. „Das wird Ihnen sicher gut tun. Und danach besprechen wir alles weitere.“

Ich schluckte und brachte gerade noch ein „Ja.“ und eine höfliche Verabschiedung hervor.

Ab dann erlaubte ich es erstmals mir einzugestehen, dass der Plan der Rückverlegung, der Plan gesund zu werden und der Plan, wieder ein normales Leben zu führen irgendwie schief lief.

Doch wie gewaltig alles schief laufen würde, sollte ich erst später erfahren.

Beutelomausi