Beutelomausi

Nicht ganz dicht und trotzdem bereit der Welt in den Arsch zu treten.

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Ein ehrlicher Blick auf das Leben mit Morbus Crohn, Stoma und all das, was trotzdem schön ist.

Zwischen Beutelwechseln und Alltag

15. November 2024 12:00 Uhr Instagram

Man könnte denken, damit endet meine Geschichte.
Ein doppelläufiges Dickdarmstoma. Für 3 Monaten.
Danach Rückverlegung und zurück in ein normales Leben.
Genau so hatte ich es mir vorgestellt.

Und dementsprechend bin ich auch kurz nach der Operation so gut es ging in mein Leben zurück gesprintet.
Hab erstmal keine Medikamente mehr genommen. Bin wieder arbeiten gegangen. Hab die gerade gestartete Psychotherapie abgebrochen. Viel und gut gegessen. Versucht zu leben. Zwischen Beutelwechseln und Alltag.

Doch der Versuch sollte nicht lange anhalten.
Bereits nach einigen Wochen merkte ich, dass etwas nicht stimmte. Da waren Schmerzen. Verdammt viele Schmerzen. Insbesondere kurz bevor „etwas rauskam“.

Und dann begann ich irgendwann wieder „normal“ auf Toilette zu gehen. Zwar „nur noch“ so fünf mal pro Tag - immerhin; aber seltsam war es trotzdem.

Ich wusste, dass ich wieder zum Arzt musste.
Passte mir so oder so gut, es sollte ja auch bald die Rückverlegung stattfinden.

Im Rahmen einer Darmspiegelung wurde dann festgestellt, dass mein Dickdarm sehr stark entzündet war.
An eine Operation nicht zu denken; an Medikamente dafür deutlich dringender.

Also begannen wir eine neue Therapie mit Tabletten und ich war weiterhin so optimistisch.
Schnell merkte ich, wie die Schmerzen sich besserten.

Ab jetzt geht’s bergauf, dachte ich. Ab jetzt wird alles gut.

Himmel - wie man so falsch liegen kann.

Beutelomausi