Über das Unmögliche
Wer es verstehen will, versteht es.
Wusstet ihr, dass es in den Niederlanden einen Ort namens America gibt?
Die meiste Zeit meines Lebens habe ich geglaubt, dass es immer irgendwie Grenzen gibt. Nicht alles ist möglich.
Ohne viel Geld mal eben so ein Haus kaufen? Unmöglich.
Ohne mit jemanden an seiner Seite eine Familie aufbauen? Unmöglich.
Mit einer schweren Krankheit oder Behinderung das Traumleben führen? Unmöglich.
Es gibt eben Ziele, die wir früher hatten, und bei denen wir uns irgendwann eingestehen müssen, dass wir sie nicht erreichen können.
Es gibt immer Grenzen; Hürden, die unüberwindbar sind. So hatte es mir das Leben gezeigt und all die Jahre habe ich das geglaubt.
Vor kurzem sprach ich mit einem Kollegen über das Unmögliche. Wir stehen gemeinsam in der Büroküche; ich warte Auf mein Essen in der Mikrowelle. Er macht sich Kaffee.
Und er zieht den folgenden Vergleich:
„Weißt du Lilly“, sagte er, während er viel zu viel Milch in seinen Kaffee schüttet. „Weißt du, manchmal ist das, als würde man mit dem Auto nach Amerika fahren wollen: Es geht halt nicht.“
Ich schaue von seiner Tasse auf und blicke ihm direkt ins Gesicht.
„Natürlich würde das gehen. Du brauchst halt ein Schiff, welches das Auto eine Zeit lang mitnimmt:“
Er winkt ab und nimmt einen Schluck von seinem Kaffee. „Ach, viel zu umständlich. Das macht doch keiner.“
Ich nicke und starre gedankenverloren ins Leere. Das macht keiner; da hat er recht. Und trotzdem wär’s möglich.
Und das ist nicht alles, wird mir plötzlich bewusst. Man kann durchaus auch ohne Schiff nach America fahren.
Man muss nur das Ziel richtig schreiben.