Beutelomausi

Nicht ganz dicht und trotzdem bereit der Welt in den Arsch zu treten.

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Ein ehrlicher Blick auf das Leben mit Morbus Crohn, Stoma und all das, was trotzdem schön ist.

Die Operation Teil III

13. November 2024 12:00 Uhr Instagram

Bevor ich einschlief, dachte ich an etwas Schönes und als ich aufwachte, fühlte ich mich glücklich.

Ich wachte in einem großen Aufwachraum auf, voll mit anderen operierten Patienten.
Eine Pflegerin sagte mir, dass alles gut gegangen sei.
Instinktiv und ohne groß drüber nachzudenken, fühlte ich sofort nach dem Beutel auf meinem Bauch und fand ihn auf der linken Seite.
Ein doppelläufiges Dickdarmstoma - genau wie geplant.
Später sollte ich erfahren, dass auch die Operation einer Fistel im Enddarmbereich erfolgreich und problemlos geklappt hatte.
Es fühlte sich zu diesem Zeitpunkt alles richtig an.

Die weitere Anfangszeit nach der Op ist etwas verschwommen: Mein Freund wartete am Aufzug, als ich auf mein Zimmer geschoben wurde. Gemeinsam mit ihm - und natürlich noch komplett duselig von der Op - fand ich den Mut, das Stoma durch den noch durchsichtigen Op-Beutel anzuschauen.

Direkt im Anschluss, als ich die Decke wieder über meinen Bauch gezogen hatte und warm eingekuschelt dort lag, machte mein Freund ein Foto von mir.

Auf diesem Foto schaue ich, wie ich bis heute finde, als sei ich der glücklichste Mensch der Welt.

Beutelomausi