Beutelomausi

Nicht ganz dicht und trotzdem bereit der Welt in den Arsch zu treten.

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Ein ehrlicher Blick auf das Leben mit Morbus Crohn, Stoma und all das, was trotzdem schön ist.

Als es das erste Mal passierte

3. November 2024 12:00 Uhr Instagram

Als es das erste Mal passierte war ich noch keine 18.
Ich habe bei Freundinnen geschlafen. Meinen besten genau genommen - und das bis heute.

Wir hatten gut zu Abend gegessen. Heute weiß ich nicht mehr was es war; aber ich vermute Pizza oder so. Als wir fünf Mädels uns dann auf Couchen und Isomatten verteilt im Wohnzimmer Kollektiv gute Nacht sagten, merkte ich bereits wie mein Magen brummelte.

Gedacht hab ich mir da noch nichts bei. Mitten in der Nacht bin ich dann aufgewacht, weil ich dringend auf Toilette musste.

Was ich irgendwie unterschätzt hatte war, dass es ein sehr altes Klo war; welches beim kleinsten Anzeichen von einer inflationären Nutzung von Toilettenpapier verstopfte.
Der Besuch bei meiner Freundin endete gegen 5 Uhr. Als meine Mutter mich abholte, nachdem ich mit meiner besten Freundin zusammen, Müllsäcke voll mit durchgesifftem Toilettenpapier aus dem Klo geholt hatte und es mir einfach nur noch hundeelend ging.

Versteht mich nicht falsch: Ich kenne bis heute niemanden, der wunderbarer und verständnisvoller auf meine Krankheit reagiert als meine Freundin es von diesem Zeitpunkt an immer und in jeder Situation all die Jahre getan hat.

Aber ich denke die wenigsten Menschen möchten in ihrer eigenen Scheisse durchtränkte Toilettenpapierberge mit anderen Leute gemeinsam aus der Toilette zerren.
Manche Momente möchte man maximal alleine - oder noch viel lieber: Niemals erleben.

Beutelomausi