Die Operation Teil VI
Was mir noch ganz wichtig ist: Ich schildere hier meine ganz persönlichen Erfahrungen. Gerade im Zusammenhang mit der Narkose kann es selbstverständlich auch zu anderen Erlebnissen kommen.
Wisst ihr, Propofol und alles was im Rahmen einer Operation für die Narkose genutzt wird, finde ich wahrhaft fantastisch.
Denn - so meine Erfahrung - egal was während der Operation passiert ist, du wachst stets mit einem
eichten Gefühl auf.
Die Welt ist in Ordnung. Mir kann niemand etwas anhaben. Da gibt es keine Angst, keine Schmerzen, keine Sorgen. Es ist alles gut.
Und so wurde ich auch jetzt wieder wach und wusste intuitiv wo ich bin und was ich zu tun hatte.
Meine Hand fährt sofort unter die Decke und ich fühle es. Spüre das Ergebnis der Operation.
Das ist es also jetzt. So sollte es sein. Hier ist das Resultat. Und in meiner Propofol-Welt kann mir niemand etwas anhaben. Denn hier geht es mir gut.
Die Zukunft? Ach was solls; „im Moment leben“ heißt es doch. Ich hab’s überstanden, jetzt heißt es heilen.
Und dann vergehen einige Stunden. Man ist auf seinem Zimmer. Das erste Aufstehen geschafft. Der Besuch ist weg. Die Pfleger haben gerade erneut eine Paracetamol-Infusion angehängt.
Und plötzlich bist du alleine und es trifft dich wie ein Faustschlag mitten in die Magengrube.
Denn dann wird es dir bewusst: Es wird nicht heilen. Nicht einfach so. Dann liegst du da, mit zwei Beutel auf dem Bauch. Nichts mehr übrig von dem was er mal war.
Andere Wunden können heilen. Der kleine Schnitt oberhalb des Oberschenkels. Und der
über dem Bauchnabel. Das werden kleine Narben. Was soll's.
Aber das - diese zwei Löcher die du nunmehr hast.. Zwei Stomata - eins aus dem Dickdarm, eins aus dem Dünndarm - das wird jetzt erstmal so bleiben.
Und alles was du jetzt tun kannst, ist lernen damit zu
leben.